Mate Tee trinken: grünes Gold & hohler Kürbis

„Die Mate (oder auch Yerba-)Blätter werden von einer Stechpalmenart gewonnen, die Sträucher, aber auch hohe Bäume bildet. Mate hieß ursprünglich nur das Trinkgefäß, dann ging der Name aufs Getränk, bald auf die Pflanze über. Und selbst nicht in China, ja nicht einmal in England, kann man so innbrünstig ‚echten‘ Tee genießen, wie Argentinien leidenschaftlich Mate trinkt.“

~Peter Martin Urtel: Die Kunst Tee zu trinken (Heimerans Kochbuchreihe für Genießer)~

Ilex paraguariensis, der Mate Strauch, das ‚Grüne Gold‘ der Indios (Pic by Klaus Krivacek)

Der Mate Tee, das Grüne Gold der Indios, ist in Südamerika bis heute allgegenwärtig. Die getrockneten, zerkleinerten Blätter der Mate Pflanze sind koffeinhaltig und werden für ihre anregende Wirkung geschätzt: Sie kurbeln den Körber ganzheitlich an, geben Energie und sollen sogar die Stimmung heben. Kein Wunder, dass in den Anbaugebieten der Pro-Kopf-Konsum bei über sechs Kilogramm pro Jahr liegt.

Um den Mate ranken sich nicht nur zahlreiche Legenden, er hat auch seinen festen Platz im Alltag und das Trinken des Mate ist fast schon ein kleines Ritual.

Für einen Kürbis voll Mate

Als (Wahl-)Steirer sind wir Kürbisse zwar gewohnt, aber bei unserem Besuch in Argentinien vor ein paar Jahren haben wir ein paar neue Einsatzgebiete kennen gelernt. Ausgehöhlte, getrocknete Kürbisse, sogenannte Kalebassen, werden hier gerne für alles Mögliche verwendet, zum Beispiel als Bauteil für Musikinstrumente, als Wasserflasche oder eben auch als Trinkgefäß für Mate Tee.

Der ausgehöhlte Kürbis wird dabei zu gut drei Viertel mit Mate Tee gefüllt. Der Tee bleibt im Gefäß, wird mehrfach mit 70 bis 80 Grad heißem Wasser aufgegossen und durch eine Art Strohhalm, die Bombilla (sprich: Bombischa), getrunken. Die Bombilla ist meistens aus Metall und hat am unteren Ende ein Sieb eingebaut, damit das Kraut nicht mitflutscht und alles verstopft.

Auch wenn der Mate Tee in Argentinien allgegenwärtig ist und bei jeder Gelegenheit getrunken wird, ist doch das gemeinsame Trinken am höchsten im Kurs. Der Gastgeber bereitet den Mate zu, trinkt selbst den ersten Aufguss, schenkt nach und reicht die Kalebasse weiter in die Runde. Der Becher wird jeweils ausgetrunken, dann geht er an den Gastgeber zurück, der sich um den neuen Aufguss kümmert und den Mate weiter durch die Runde reisen lässt. Auch wenn aus dem gleichen Strohhalm trinken im Moment keine gute Idee ist, ist die Tradition superknuffig:

„Wenn ich jemandem meinen Mate Tee weitergebe, dann ist das ein Symbol. Ich gebe dir nicht nur meinen Yerba weiter, sondern immer auch ein Stück von meinem Herzen“, erzählt uns Alejandro von der Ruta de la Yerba Mate, einer regionalen Interessensvertretung für alles rund um Mate Tee, Anbau, Zubereitung, Gastronomie und Tourismus in der Provinz Misiones im Nord-Osten von Argentinien, dem Anbaugebiet unseres Mate Tees für MAKAvA.

Wir legen uns am Weg natürlich auch eigene Kalebassen zu. Bevor sie das erste Mal zum Trinken verwendet werden können, müssen sie richtig vorbereitet werden: Nachdem der Kürbis traditionell innen nicht versiegelt wird, gehören die Bitterstoffe gelöst. Das geht zwar prinzipiell mit reinem Wasser auch, aber in Misiones wird eine neue Kalebasse eingeweiht, indem Mate Tee aus der Kalebasse eines Freundes für diesen Prozess verwendet wird. Curar el mate nennt sich der Vorgang: “First you cure the Mate, then the Mate cures you”, schmunzelt Alejandro.

Mate Tee zubereiten: Mama Kraus von unserem Lieferanten Kraus Yerba Mate zeigt, wie es geht.
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